Rechtliches

schweizer-lohnbezueger-zahlen-leicht-mehr-steuer-und-sozialabgaben-124184810Sozialabgaben

Der Arbeitnehmeranteil der Sozialabgaben beträgt je nach Altersstufe zwischen 13 und 24 Prozent vom Bruttogehalt. Mit dem Sozialversicherungsbeitrag sind alle wesentlichen Versicherungsbereiche abgedeckt:

 

  • Invalidität
  • Alter einschließlich Leistungen für Hinterbliebene und Arbeitslosigkeit
  • Unfall und Pensionskasse

Sozialversicherung 3-Säulen System

  • Säule 1 / 2 / 3 / 3a / 3b

     

    Säule 1: AHV/IV/EO

    Alle Personen, die in der Schweiz ihren Wohnsitz haben oder dort eine Erwerbstätigkeit ausüben, sind in der AHV (Alters- und Hinterlassenenversicherung) sowie in der IV (Invalidenversicherung) pflichtversichert und müssen Versicherungsbeiträge bezahlen.

    Säule 2: BVG/KTG/UVG

    Die berufliche Vorsorge versichert Arbeitnehmer, die das 17. Lebensjahr (für die Risiken Tod und Invalidität) bzw. das 24. Lebensjahr (Altersvorsorge) vollendet haben und ein gesetzlich definiertes Mindesteinkommen erzielen. Löhne, die unter dem Mindestjahreslohn liegen, müssen nicht versichert werden.

    Säule 3a: Gebundene Vorsorge

    Die angesparten Mittel aus dieser Versicherung dienen ausschliesslich und unwiderruflich der Vorsorge – daher: «gebundene» Vorsorge. Dieser Teil der privaten Vorsorge wird vom Staat gefördert und bringt die grössten steuerlichen Vorteile. Gleichzeitig unterliegt sie klaren gesetzlichen Bedingungen bezüglich Laufzeit, Einzahlungen und Begünstigung. Im Gegensatz zur freien Vorsorge wird in der gebundenen Vorsorge bei der Auszahlung des Kapitals eine einmalige Steuer erhoben.

    Säule 3b: Freie Vorsorge

    Diese Säule ist im Vergleich zur Säule 3a flexibler. Im weitesten Sinn umfasst sie neben Versicherungspolicen auch das restliche Privatvermögen, welches im Bedarfsfall liquidiert werden kann. Die Erträge sind bei der Auszahlung steuerfrei. Hier gibt es verschiedene Anlagemöglichkeiten.
  • Krankenkasse

     
    Hinzu kommt ein individuell, je nach Alter, Wohnort und Versicherungsgesellschaft angesetzter monatlicher Fixbeitrag für die Krankenversicherung (Krankheit und Mutterschaft). Dieser wird jedoch nicht – wie aus anderen europäischen Ländern gewohnt – teils vom Arbeitgeber übernommen, sondern muss nach Erhalt des Nettolohns in Eigenregie selbst beglichen werden. Der Durchschnittsbeitrag für Erwachsene beträgt rund 165 Euro – ca. 230 Franken –, der aber von der Jahresfranchise abhängig ist. Der Abschluss einer Krankenversicherung ist nach spätestens 90 Tagen Pflicht! Während dieser drei Monate können Sie nach Absprache mit der Krankenkasse diese behalten, sofern Sie über einen gültigen Auslandsschutz verfügen.
  • ALV - Arbeitslosenversicherung

     
    Wer in der Schweiz eine unselbständige Erwerbstätigkeit ausübt, ist gegen Arbeitslosigkeit versichert. Beitragspflichtig an die Arbeitslosenversicherung sind alle in der Schweiz erwerbstätigen Arbeitnehmer sowie Personen, die für schweizerische Firmen im Ausland tätig sind und von der Schweiz aus entlöhnt werden. Der Beitragssatz beträgt bis zu einem Bruttojahreseinkommen von 126‘000 Franken 1 bis maximal 2 Prozent.
  • Unfallversicherung

     
    In der Schweiz erwerbstätige Personen sind in der obligatorischen Unfallversicherung für Berufsunfälle sowie Berufskrankheiten und häufig auch für Nichtbetriebsunfälle versichert. Die Nichtberufsunfallversicherung gilt aber nur bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von acht Stunden.
  • Rentner, Touristen und Studierende

     
    Für einen Aufenthalt als Nichterwerbstätiger, von weniger als drei Monaten, ist keine Aufenthaltsbewilligung notwendig. Haben Sie vor, für länger als 90 Tage im Land zu bleiben, gilt für Sie ebenso die Meldepflicht auf der Gemeinde des Wohnortes.
  • Quellensteuer vgl. Einkommensteuer

     
    Auf das Bruttogehalt wird nach einem progressiven Tarif die Quellensteuer erhoben. Der Quellensteuer unterliegen ausländische Arbeitnehmer ohne Niederlassungsbewilligung (C) und im Ausland wohnhafte Künstler, Sportler sowie Empfänger von Verwaltungsratsentschädigungen und Vorsorgeleistungen. Mit Erhalt der Niederlassungsbewilligung bzw. Einbürgerung muss man am Ende jedes Jahres die Steuer selbst erheben. Unter www.steueramt.zh.ch/quellensteuer finden Sie zum Beispiel Ihre Steuersumme für den Kanton Zürich.
  • Arbeits- und Vertragsrecht

     
    In vielen Branchen (hauptsächlich im Bereich Bau und Industrie) und einigen Firmen regeln Gesamtarbeitsverträge (GAV) die Arbeitsbedingungen. Ansonsten wird frei mit dem Arbeitgeber verhandelt. Arbeitsverträge können mündlich oder schriftlich geschlossen werden. Um spätere Missverständnisse zu vermeiden, sollten Sie aber auf einem schriftlichen Vertrag bestehen. Gemäss Art. 335b des Obligationsrecht gilt als Probezeit der erste Monat eines Arbeitsverhältnisses. Durch schriftliche Abrede, Normalarbeitsvertrag oder Gesamtarbeitsvertrag können abweichende Vereinbarungen getroffen werden; die Probezeit darf jedoch auf höchstens drei Monate verlängert werden. Während dieser Zeit können beide Parteien mit einer Frist von sieben Tagen zum Ende der Woche kündigen, falls im Vertrag nichts anderes vereinbart wurde. Beschäftigte in industriellen Betrieben, Büropersonal und Angestellte in Grossbetrieben des Einzelhandels dürfen maximal 45 Stunden pro Woche arbeiten. Für alle anderen Arbeitnehmer gilt eine reguläre Höchstarbeitszeit von 50 Stunden pro Woche. Für Nachtarbeit gibt es besondere Regelungen. Für Arbeitnehmer mit einer Höchstarbeitszeit von 45 Stunden ist Mehrarbeit von maximal zwei Stunden pro Tag und maximal 170 Stunden pro Kalenderjahr zulässig, allen anderen dürfen höchstens 140 Überstunden pro Jahr abverlangt werden. Der Arbeitgeber hat der Arbeitnehmerin bzw. dem Arbeitnehmer jedes Jahr wenigstens vier Wochen, der Arbeitnehmerin bzw. dem Arbeitnehmer bis zum vollendeten 20. Altersjahr wenigstens fünf Wochen Ferien zu gewähren (Art. 329a Abs. 1 OR). Ausserdem gibt es, je nach Kanton, bis zu 14 Feiertage.
  • Anerkennung von Abschlüssen

     
    Für die meisten Tätigkeiten ist es unerheblich, ob Ihr Ausbildungs- oder Studienabschluss bei den europäischen Nachbarn anerkannt ist. Nur bei Berufen, die eine staatliche Anerkennung voraussetzen – wie beispielsweise Ärzte oder Lehrer – sollte die Anerkennung definitiv geklärt sein, bevor Sie sich bewerben. Die Europäische Union hat für diese Berufe Richtlinien entwickelt, mit deren Hilfe die gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen geregelt wird. In den meisten Fällen entscheidet der Arbeitgeber jedoch auf der Basis Ihrer Bewerbungsunterlagen, ob Ihre Ausbildung und Qualifikation seinen Anforderungen entspricht. Sie sollten allerdings davon ausgehen, dass der Arbeitgeber, bei dem Sie sich bewerben, in der Regel nicht weiss, was sich hinter Ihrer Berufsausbildung und -bezeichnung genau verbirgt. Zeugniserklärungen, aber auch die Anerkennung von Abschlüssen können unter diesem Gesichtspunkt sinnvoll sein.
  • Familiennachzug

     
    Ihr Ehepartner und Ihre Kinder unter 21 Jahren haben das Recht, Ihnen in die Schweiz zu folgen. Ebenso gilt dies für die Eltern und Schwiegereltern, wobei Sie für deren Unterhalt aufkommen müssen.
  • Sprachkenntnisse

     
    In der Schweiz wird neben den vier Landessprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch) auch Englisch gesprochen. Wer in der Schweiz arbeiten möchte, muss die jeweilige Sprache (Deutsch, Französisch oder Italienisch) des Kantons bzw. des Ortes beherrschen. Wie gut, hängt von der Tätigkeit ab!